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Grusswort von Alexander Tschäppät

Es freut mich sehr, Sie zu den 1. Schweizerischen Geschichtstagen in der Stadt Bern begrüssen zu dürfen.

Das Tagungsthema – «Zeiten des Umbruchs» – ist klug gewählt: es ist umfassend, bietet ein breites Spektrum an möglichen Ansatzpunkten und eignet sich damit bestens für einen Anlass dieser Grössenordnung. Und doch ist das Thema präzis gefasst, fokussiert auf Wendezeiten der Geschichte – Bruchstellen in der Kette der historischen Ereignisse wie auch in den Interpretationslinien der Geschichtsforschung und der Geschichtsschreibung.

Dank gebührt dem Historischen Institut der Universität Bern, das in Zusammenarbeit mit der Schweizerischen Gesellschaft für Geschichte diesen in der Schweiz erstmaligen Anlass in den Lokalitäten der Universität Bern durchführt und damit die Kommunikation der Vertreterinnen und Vertreter der Schweizerischen Geschichtswissenschaft untereinander und mit der internationalen Forschung intensiviert.

Es ehrt die Bundesstadt, dass sie diesen bedeutenden Anlass beherbergen darf. Seine Ausstrahlung in die Medien, in die politischen und die wissenschaftspolitischen Instanzen und nicht zuletzt in eine interessierte Öffentlichkeit in der Schweiz und in den Nachbarländern ist den Veranstaltenden Genugtuung für ihre Anstrengungen und dem Veranstaltungsort ein nicht zu unterschätzender Prestigegewinn.

Historikerinnen und Historiker treffen in Bern auf vielfältige Zeugnisse einer bewegten Vergangenheit. Am Ende des 12. Jahrhunderts von den Herzögen von Zähringen gegründet, durch gute Politik und militärischen Erfolg zum mächtigen Kleinstaat aufgestiegen, regierte die Stadt das Untertanenland mit patriarchalischer Strenge in verhaltenem Wohlstand, bis neue Ideen und fremde Truppen Berns aristokratische Zeit abrupt beendeten. Aus dem demokratischen Umbruch der Zeiten ging schliesslich das heutige fünffache Bern hervor: die Stadt als politische Gemeinde, die Burgergemeinde als Brücke zwischen Geschichte und Gegenwart, der Kantonshauptort, die Bundesstadt und Sitz der diplomatischen Missionen als Tor zur Welt.

Ich hoffe, Sie finden neben dem wissenschaftlichen Diskurs und dem intensiven Gedankenaustausch unter Fachkolleginnen und Fachkollegen auch Zeit, in die Stadt zu gehen, unter den Lauben zu bummeln, vielleicht gar ein neues Bild der Bärenstadt zu entdecken.

«Zeiten des Umbruchs» – das gilt auch für Berns Stadtentwicklung. Während die Innenstadt als UNESCO-Welterbe der Tradition verpflichtet ist und die Gestalt des bernischen Spätbarocks bewahrt, soweit dies mit den Anforderungen eines lebendigen Wirtschaftszentrums zu vereinbaren ist, verändert sich Bern an seinen Rändern radikal. Im Osten ist nach Plänen des italienischen Architekten Renzo Piano das Zentrum Paul Klee entstanden, das weltweit die grösste Sammlung eines einzelnen Künstlers von vergleichbarer Bedeutung bewahrt. Ebenfalls 2005 hat im Norden das Stade de Suisse das legendäre Fussballstadion Wankdorf abgelöst. Als Tor zum Westen baut zur Zeit der polnisch-amerikanische Architekt Daniel Libeskind in Brünnen ein Freizeit- und Einkaufszentrum WESTside – das derzeit grösste private Bauvorhaben der Schweiz, und vor kurzem wurde im Süden mit dem Erweiterungsbau des weit über die Schweizer Grenzen ausstrahlenden Historischen Museums Bern begonnen.

Zu vertieften Studien wiederzukehren laden Sie auch die Schweizerische Landesbibliothek, die Stadt- und Universitätsbibliothek, die Eidgenössische Militärbibliothek und viele andere Institutionen ein, und falls Sie bis zu den Quellen vorstossen möchten, besuchen Sie das Schweizerische Bundesarchiv, das Staatsarchiv des Kantons Bern, das Stadtarchiv Bern oder das Archiv zur Geschichte der schweizerischen Frauenbewegung!

Bern erweitert Ihren Horizont in jedem Fall.

Ich wünsche Ihnen eine erfolgreiche Tagung und einen angenehmen Aufenthalt in unserer Stadt.

Ihr

Alexander Tschäppät
Stadtpräsident von Bern