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Grusswort von Christian Pfister

Liebe Teilnehmerinnen und Teilnehmer an den ersten Schweizerischen Geschichtstagen,

Als Geschäftsführender Direktor des Historischen Instituts ist es mir eine grosse Freude, die ersten schweizerischen Geschichtstage an der Universität Bern begrüssen zu dürfen. In einer Zeit, in welcher die Angehörigen unseres Institut immer mehr Zeit für das Verwalten von Studienprogrammen, die Berechnung von Notenschnitten und den Kampf mit den Tücken der entsprechenden Software aufwenden müssen, ist es wohltuend, dass mit den schweizerischen Geschichtstagen für einmal während drei Tagen der wissenschaftliche Austausch im Vordergrund steht.

Mit etwa 1200 Studierenden und acht ordentlichen Professuren gehört das Historische Institut zu den grössten der Universität Bern. Es hat sich in den vergangenen Jahren erheblich gewandelt. An die Stelle der Lizentiatsstudiengänge sind verschiedene Bachelor- und Masterstudienprogramme getreten. Dabei ist das Institut bestrebt, Bewährtes so mit Neuem zu kombinieren, dass eine qualitativ hoch stehende Ausbildung gewährleistet bleibt. Mit den Studienprogrammen Ba-Mono und Ma-Mono in Geschichte ist zudem ein neues Angebot geschaffen worden, das sich an jene Studierenden richtet, die sich ausschliesslich auf das Studium der Geschichte konzentrieren möchten. Die auf drei Jahre angelegten Ba- Programme setzen den Akzent in jeweils unterschiedlicher Gewichtung auf Methoden- und Theoriefragen sowie auf die Vermittlung von Grundlagen- und Überblickswissen. Die auf zwei Jahre angelegten Masterstudienprogramme dienen der Vertiefung des Methodenwissens und der empirischen Kenntnisse sowie in den Studienprogrammen Major und Mono speziell der Befähigung zu eigenständiger wissenschaftlicher Arbeit.

Verändert hat sich im Weiteren das Profil des Lehrkörpers. Im Kielwasser der Bologna-Reform sind zwei neue Assistenzprofessuren geschaffen worden. Die eine verstärkt das Angebot in der Wirtschafts-, Sozial- und Umweltgeschichte (WSU), die andere überschreitet explizit die Epochengrenze von 1800, indem sie sich der in Europa sonst eher stiefmütterlich behandelten „Sattelzeit“ (Koselleck) zwischen 1750 und 1850 zuwendet. Bei der Neubesetzung der Professur für Alte Geschichte im Jahre 2005 ist das Historische Institut ebenfalls neue Wege gegangen, indem neben Lehre und Forschung im Bereich der Antike deren Rezeption bis zur Gegenwart ins Profil der entsprechenden Stelle eingebracht wurde. Ferner wird das Institut 2007 um eine in der Schweiz einzigartige Professur für Zeitgeschichte bereichert, die sich ausschliesslich mit der Zeit nach 1945 im globalen Rahmen beschäftigen wird. Schliesslich ist es gelungen, die bisher an die Person des Inhabers gebundene Professur für Wirtschafts-, Sozial- und Umweltgeschichte (WSU) mitsamt dem Akzent auf der im Zeitalter des „Global Warming“ aktuellen Klimageschichte dauerhaft zu erhalten. Damit bestehen gute Aussichten, die bestehende enge Kooperation mit verschiedenen naturwissenschaftlichen Disziplinen fortzuführen.

Das Studium der Geschichte eröffnet neben einer universitären Karriere bekanntlich vielfältige weitere berufliche Perspektiven, so im Archiv- und Bibliothekswesen, bei Museen, im Kunst- und Kulturbereich, in den Medien, in der Politik, in der öffentlichen Verwaltung, in der Werbebranche, bei Banken und Versicherungen, im diplomatischen Dienst sowie bei NGOs. Die schweizerischen Geschichtstage bieten eine Plattform, um der Öffentlichkeit diese oft verkannten „nützlichen“ Aspekte des Geschichtsstudiums in Erinnerung zu rufen, ganz abgesehen von der eminenten Bedeutung der Geschichtswissenschaft für die Schaffung eines kulturellen Bewusstseins bei den nachrückenden Generationen. Schliesslich bin ich überzeugt, dass die Veranstaltung vielfältige Impulse und Anregungen vermitteln wird, die unseren fachlichen Alltag bereichern werden. Bereits jetzt steht fest, dass die ersten schweizerischen Geschichtstage ein beachtliches Echo gefunden haben und in dieser Hinsicht an ähnlich gelagerte Anlässe wie die Jahrestagungen der „American Historical Association“ oder den Deutschen Historikertag anschliessen.

Prof. Dr. Christian Pfister
Geschäftsführender Direktor des Historischen Instituts